Sommer !
6. Juli 2022

Trauer und Blick in die Zukunft

Lars Vogt in Hannover, Otfried-Preußler-Schule © K. Peters -atelier ph

Auch wenn Lars Vogt offen mit seiner vor eineinhalb Jahren diagnostizierten Krankheit umgegangen ist, traf uns sein Tod am 5.9.22 wie ein Schock. Er wurde nur knapp 52 Jahre alt.

Was für ein Verlust für seine Familie, Freunde und die gesamte Musikwelt!

Nicht nur als Solist am Klavier oder als Dirigent, sondern besonders gerne beim Zusammenspiel mit anderen Größen der klassischen Musik (oder, und das gerne, seitdem er unterrichtete, auch mit seinen Studierenden) bezauberte er sein Publikum auf der ganzen Welt – nicht nur künstlerisch, sondern auch menschlich.

Zurückhaltend, aber dann auch wieder impulsiv, bescheiden im Hintergrund, dann wieder nahbar, hilfsbereit und jedermann zugänglich machte er sich einen Namen, als einer der besten deutschen Musiker. Damit nicht genug: er hatte immer so viel Energie, sich „nebenbei“ um den musikalischen Nachwuchs und um sein eigenes Festival „Spannungen“ in der Eifel zu kümmern.

2005 hatte er die brillante Idee zu einer Künstlerinitiative, die unter dem Namen „Rhapsody in School“ inzwischen auch international bekannt ist. Nicht nur er selbst ging in die Schulen, um seine Musik den Kindern und Jugendlichen nahe zu bringen, sondern er animierte unzählige Kolleginnen und Kollegen, es ihm gleichzutun.

Als künstlerischer Leiter von Rhapsody in School kümmerte er sich kraft seines enormen Rufes um den Fortbestand des Projekts, das seit über 17 Jahren immer noch sein Alleinstellungsmerkmal bewahrt.

Rhapsody in Concert in Berlin © T. Pluto

Auf dass immer mehr Kinder und Jugendliche die Chance bekommen, nicht nur Livemusik in der Schule zu hören, sondern „angesteckt“ werden von der Begeisterung für die Musik und der Persönlichkeit ausübender, erfolgreicher Künstler*innen, die Leidenschaft vermitteln können.

Über seinen unermüdlichen Einsatz sagte er einmal in einem Interview, dass er „nie etwas Sinnvolleres“ getan habe. Wir sind Lars Vogt unendlich dankbar und werden ihn immer in Erinnerung behalten!

Sabine von Imhoff: „Und, lieber Lars, deine Initiative lebt weiter!“

Lars Vogt in Köln, Anna-Freud-Schule  © S. Lührig

Kurz vor seinem Tod gab es einen Leitungswechsel bei Rhapsody in School: auf Sabine von Imhoff, die das Projekt zusammen mit Lars Vogt gegründet und 17 Jahre weiterentwickelt hat, folgt nun Julia Ströbel-Bänsch, Oboistin und Kulturmanagerin aus Stuttgart. Sie wird mit frischem Elan, Engagement und Erfahrung diese so wichtige, gesellschaftlich relevante Initiative weiterführen. Mit Hilfe unseres Trägers TONALi und dem gesamten Rhapsody-Team soll die Arbeit kontinuierlich und im Sinne von Lars Vogt in die Zukunft gebracht werden.

Dazu benötigen wir weiter und mehr denn je die Unterstützung von Förderer*innen, Kooperationspartner* innen, der Presse, unseren Stammschulen, aber auch neuen Ansprechpartner*innen und weiterhin vielen begeisterten Schülerinnen und Schülern!